Brauerei Schwelm –
ein Gemeinschaftsort für Schwelm
Die ehemalige Brauerei Schwelm – einst Ort der Produktion, seit 2011 verlassen. Doch in ihren denkmalgeschützten Mauern steckt das Potenzial für etwas Neues. Dieses Potenzial wollten wir im Rahmen unserer Bachelorarbeit gemeinsam mit den Schwelmer:innen erkennen und für Alle zugänglich machen. Dabei lag unserer Fokus auf Partizipation, sozialer Interaktion und Gemeinschaft.

Vorgehen
Um die riesige Brauerei mit ihren 2500m² möglichst schnell räumlich zu verstehen, entstand zu Beginn unser Arbeitsmodell im Maßstab 1:50.
Mit diesem Werkzeug haben wir uns auf den Weg gemacht einen Partizipativen Prozess im Rahmen von mehreren Workshops anzustoßen. Das Ziel war es, ein möglichst klares Bild von Schwelm und dessen Wünschen und Bedarfen zu bekommen. Gemeinsam mit dem Brauerei-Verein, der sich für die zukünftige Nutzung der Brauerei einsetzt, haben wir einen ersten Workshop durchgeführt. Dabei kamen wir mit Menschen ins Gespräch, die sich seit Jahren mit dem Gebäude befassen.





Um noch weitere Stimmen aus Schwelm anzuhören, haben wir uns aus dem direkten Brauerei Bezug auf die Straße gewagt. Wir stellten uns mit dem Modell direkt in die Innenstadt von Schwelm und nutzten es als Gesprächsanlass, um Ideen, Wünsche und Impulse zu sammeln.

Nun musste das erarbeitete Konzept räumlich untergebracht werden. Dafür haben wir die Brauerei noch einmal im Detail unter die Lupe genommen, um sie anschließend in ein ganzheitlich genutztes Gebäude zu transformieren.
Konzept


Das Stadtwohnzimmer bildet das Herzstück des Projekts – ein frei zugänglicher Treffpunkt mit modularer Bühne, günstigem Mittagessen unter der Woche und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie z.B. Flohmärkten, erweitert durch eine Dachterrasse zum Verweilen im Außenraum. Der angrenzende Treppenraum mit Küche und Sanitäranlagen erhielt aufgrund der schlechten Bausubstanz eine neue skulpturale Treppe, die zur Dachterrasse führt. Der historische Raum der Geschichte mit seinen originalen Kupferkesseln erzählt museal vom früheren Bierbrauprozess.

Über einen neuen zentralen Aufzug erreicht man barrierefrei den Schwelmer Keller, der seinen ursprünglichen Kneipencharme bewahrt. In den ehemaligen Gärbecken entstehen unter dem Namen „Kunst im Kessel“ neue Ausstellungsflächen für Licht- und Soundinstallationen, deren Atmosphäre durch das Entfernen der Decke verbessert und räumlich mit der kreativen Laterne als Makerspace verbunden wurde.In den beiden Obergeschossen entstehen BrauBüros als Coworking-Spaces sowie Dachateliers für Kunst-, Kultur- und Sportangebote

Um den Prozess abzurunden, haben wir mithilfe eines Beamers eine Intervention in den Gärbecken durchgeführt. Damit zeigen wir, wie wenig es manchmal braucht, um Leerstand neues Leben einzuhauchen.




